Melanotan II

MELANOTAN II

Strukturformel Melanotan II

Was kann dieses Polypeptid wirklich?

Faktenbasierte Einordnung des Peptids als Bräunungsmittel und Aphrodisiakum.


Hintergrund

Was ist Melanotan II?
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Es handelt sich um ein synthetisch hergestelltes Polypeptid, dessen Grundgerüst eine Kette aus sieben Aminosäuren darstellt. Die Primärstruktur ist Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH2. Die chemische Summenformel lautet C50H69N15O9.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Melanotan_II

Historische Entwicklung
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1991 synthetisierte das Team der University of Arizona Melanotan-II, ein zyklisches Heptapeptid (sieben Aminosäuren) mit einer deutlich anderen Struktur als das natürliche α-MSH und Melanotan-I. Die zentrale Neuerung war die Schaffung einer zyklischen Struktur durch eine Laktambrücke zwischen Aspartinsäure- und Lysinresten, zusammen mit der Einfügung von D-Phenylalanin (einer unnatürlichen D-Aminosäure) und Norleucin.

Diese Modifikationen führten zu bemerkenswerten Verbesserungen:

– 1000-fach gesteigerte Wirksamkeit im Vergleich zum natürlichen α-MSH
– Verlängerte Halbwertszeit von etwa 33 Stunden (im Vergleich zu Minuten bei α-MSH)
– Breitere Rezeptoraktivität, die MC1R, MC3R, MC4R und MC5R
– Erhöhte Stabilität, resistent gegen enzymatischen Abbau

Erste Tierversuche bestätigten MT-IIs Fähigkeit, Pigmentierung ohne UV-Exposition auszulösen. Das Peptid schien das ursprüngliche Ziel zu erfüllen: Schutz vor Sonnenlicht durch künstliche Bräunung zu ermöglichen. Die University of Arizona meldete Patente für die Verbindung an, und Pläne für klinische Studien am Menschen wurden gemacht.

Quelle: https://www.thejops.com/peptides/melanotan-ii/history.html

Einordnung als Lifestyle-Peptid
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Die ersten klinischen Studien mit Melanotan-II begannen Mitte der 1990er Jahre und konzentrierten sich auf Sicherheit und Pharmakokinetik. In diesen kleinen Studien (typischerweise 10-30 Teilnehmer) wurde MT-II gesunden Freiwilligen subkutan injiziert, und man untersuchte Nebenwirkungen, Blutspiegel und Bräunungseffekte.

Die Studien bestätigten die Bräunungswirksamkeit von MT-II: Die Teilnehmer entwickelten innerhalb weniger Tage eine sichtbare Hautverdunkelung, und die volle Pigmentierung wurde in 2-4 Wochen erreicht. Die Qualität der Bräune war anders als bei UV-induzierter Bräune – gleichmäßiger, aber manchmal als eher „golden“ oder „orange“ statt braun beschrieben, besonders bei hellhäutigen Personen.

Allerdings zeigten die Studien auch erhebliche Nebenwirkungen: Übelkeit (bei 60-80 % der Teilnehmer), Gesichtsrötung, erhöhter Blutdruck und – unerwartet – sexuelle Effekte, einschließlich spontaner Erektionen bei Männern und gesteigerter Libido bei beiden Geschlechtern. Diese sexuellen Effekte wurden anfangs als problematische Nebenwirkungen angesehen, die die Entwicklung des Medikaments für den Sonnenschutz komplizierten.

Quelle: https://www.thejops.com/peptides/melanotan-ii/history.html

Synonyme: MT-II, MT2, Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-OH (7 AS zyklisch)


Risiko & Datenlage

Risikobewertung im deutschsprachigen Raum
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In Studien konnte die bräunende und luststeigernde Wirkung von Melanotan II zwar eindeutig nachgewiesen werden, die Nebenwirkungen waren aber derart heftig, dass eine Zulassung als Arzneimittel ausblieb. Der Schwarzmarkt mit Melanotan II ist allerdings sehr aktiv. Nach subkutaner Injektion kommt es praktisch immer zu sehr starker Übelkeit, bis hin zu Erbrechen. Weiterhin sind starker Schwindel und Kopfschmerzen zu erwarten. Die Tatsache, dass eine regelmäßige Injektion von Melanotan II zu einer Verdunkelung von bestehenden Muttermalen führt, wird kontrovers diskutiert. Ein mit der Veränderung einhergehender Anstieg des Hautkrebsrisikos konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Im Rahmen der Forschung und auch zu Testzwecken der Substanz sind folgende Hinweise zu beachten: Die zu applizierende Menge befindet sich im Bereich zwischen 0,25–1,0 mg täglich (Aufbauphase), danach 1–2 mg wöchentlich zur Erhaltung des zuvor herbeigeführten Ergebnis. Wählt man den Anwendungszeitpunkt unmittelbar vor dem zu Bett gehen so verschläft man die eventuelle Übelkeit.

Quelle: https://www.thejops.com/peptides/melanotan-ii/history.html”

Rechtliche Einordnung bezüglich Erwerb von Melanotan II
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Der Erwerb und Besitz von Melanotan 2 ist in Deutschland nicht strafbar. Dies liegt daran, dass die Substanz nicht als Arzneimittel zugelassen ist und somit nicht als solche geregelt ist. Die Substanz ist in Deutschland gesetzlich nicht erfasst, was bedeutet, dass auch deren Besitz nicht geregelt ist. Der Erwerb und Besitz der Substanz ist nicht strafbar und nicht geahndet worden.

Quelle: https://www.justanswer.de/anwalt/dhz82-hallo-ist-der-erwerb-und-besitz-von-melanotan-zum.html


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